G-Punkt finden Anleitung

G-Punkt finden? – So klappt es! – (Die bewährte Anleitung)

Sarina Cant Neu 14.05.2021

Von Sarina Cant: Bestsellerautorin, Sexualberaterin & Expertin für vaginale Orgasmen

Du willst den G-Punkt finden, weil er Frauen zu einem intensiven Höhepunkt bringen soll? Doch vielleicht weißt Du nicht genau, wo Du ihn findest oder aber Du findest ihn zwar, doch die Stimulation fühlt sich (noch) nicht so intensiv an?

Dann bist Du hier genau richtig!

In dieser wissenschaftlich fundierten Anleitung erfährst Du:

  • Was der G-Punkt genau ist und wie er entdeckt wurde.
  • Wie Du ihn bei Dir selbst oder bei Deiner Partnerin garantiert findest.
  • Wie Du ihn richtig stimulierst und vor allem auch aktivierst, damit er zur einer Quelle der Lust wird.

Das wichtigste über den G-Punkt in 30 Sekunden

  • Der G-Punkt oder auch G-Zone wurde 1950 vom Gynäkologen Dr. Ernst Gräfenberg entdeckt. Im Kamasutra kennt man diese Stelle aber schon seit über 1500 Jahren.
  • Es ist eine besonders sensiblen Zone innerhalb der Vagina, die z.B. beim Sex stimuliert wird und vielen Frauen intensive Höhepunkte beschert.
  • Die G-Zone hat etwa die Größe einer 20 Cent Münze, befindet sich 3-5cm im Inneren der Vagina an der Scheidenvorderwand und fühlt sich von der Textur wie eine Himbeere an.
  • Beginne bei der Stimulation des G-Punkts mit leichtem Druck und kreisförmigen Bewegungen. Werde mit dem Druck langsam stärker. Achte immer darauf, dass es sich gut anfühlt.
  • Wenn Du bei der G-Punkt Stimulation am Anfang nicht so viel spürst, dann ist das normal. Doch es gibt Wege, wie z.B. Beckenbodentraining, mit denen Du Deine Empfindsamkeit spürbar steigern kannst.
G-Punk finden Infografik Cheatlist

Nun lass uns aber über alles einmal im Detail sprechen.

Was genau ist der G-Punkt?

Der G-Punkt ist eine besonders lustvolle Zone im Inneren der Vagina. Kaum eine andere Stelle im weiblichen Intimbereich hat je soviel mediale Aufmerksamkeit erfahren wie er.

Seit über 70 Jahren suchen Männer und Frauen nach ihm, denn er gilt als „Der Lustpunkt“ der Frau. Er verspricht Männer zum perfekten Liebhaber zu machen und Frauen zu vaginalen kommen zu lassen.

Doch Männer finden ihn selten und auch viele Frauen haben keine Ahnung, wo er liegt …

Wie er entdeckt wurde

1950 beschrieb der Gynäkologen Dr. Ernst Gräfenberg eine besonders sensible Zone innerhalb der Vagina. Diese Zone wurde schnell so populär, dass jeder sie kannte. Man nannte diesen Bereich nun „Gräfenberg-Punkt“ oder kurz „G-Punkt„.

Eigentlich ist der G-Punkt aber kein Punkt sondern eine Zone. Sie hat die Größe einer 20 Cent Münze und deshalb spricht man in Fachkreisen eher von der „G-Zone“ (vgl. Sundahl 2006). 

Tatsächlich ist der G-Punkt aber keine neue Entdeckung. Bereits vor 1500 Jahren wurde diese Zone im Detail Kamasutra beschrieben (vgl. Korda et al., 2010). Und auch der Arzt Reiner de Graaf, schrieb bereits vor über 350 Jahren über einen besonders sensiblen Bereich in der Scheide und verortete ihn dort, wo wir heute den G-Punkt wissen.

Wie der Gräfenberg-Punkt Frauen unter Druck setzte

Kaum hatte Dr. Gräfenberg über die G-Zone berichtet, brach in den Ehebetten der 50er Jahre eine wilde Entdeckungssuche los.

Der G-Punkt wurde als Garant für den Höhepunkt der Frau beworben und wenn sie trotzdem keinen Orgasmus beim Sex hatte, wurde sie nur noch weiter unter Druck gesetzt.

Viele Frauen konnten sich nicht mehr beim Sex entspannen. Sie fragten sich, ob etwas mit ihnen nicht stimmt. Sie hatten Angst, dass ihr G-Punkt nicht „funktioniert“. Der Frust im Bett stieg. Und somit sank die Chance auf ein erfülltes Liebesleben und lustvolle Höhepunkte.

Ist der G-Punkt also doch ein Mythos?

Die G-Zone wurde zu einer heiß diskutierten Glaubensfrage. Auch die Wissenschaft machte vor ihm keinen Halt. Einige Sexualforscher waren sich einig, dass der G-Punkt existiert, andere meinen, dass es ihn überhaupt nicht gibt…

Aber die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen!

Der G-Punkt ist nämlich kein magischer Knopf, den man einfach nur einmal finden muss, um sofort lustvolle Höhepunkte oder sogar eine weibliche Ejakulation auszulösen.

Stattdessen ist er etwas ganz anderes …

Was ist der G-Zone tatsächlich?

Der sogenannte G-Punkt ist keine isolierte Zauber-Taste. Es ist aber ein Bereich an der Vorderwand der Vagina, wo

  • Anteile der inneren Klitoris,
  • die Paraurethraldrüsen (weibliche Prostata)
  • und empfindliches Gewebe rund um die Harnröhre

eng übereinander bzw. sogar ineinander verschachtelt liegen.

Diese Einheit wird von Sexualforschern als: „Clitourethrovaginal (CUV)“- oder „Anterior wall erogenous“-Komplex beschrieben (vgl. Jannini et al., 2014).

Es gibt also eine „G-Zone“, aber es ist kein einzelner Punkt, sondern ein komplexes, verbundenes System aus Organen und Gewebestrukturen. Und weil es bei jeder Frau ein wenig verschieden ist, kann die Stimulation für die eine Frau super intensiv sein und für die nächste nicht. Beides ist völlig normal.

Aber wenn Du aktuell nicht so viel spürst, dann musst Du Dich damit nicht abfinden. Es gibt erprobte Wege, durch die viele Frauen die Stimulation des G-Punkts intensiver erleben.

Doch bevor wir dazu kommen, schauen wir uns an, wo diese Zone genau liegt.

Wie Du den G-Punkt findest

Du findest den G-Punkt etwa 3-5cm im Inneren der Vagina, an der Scheidenvorderwand. Das heißt, wenn Du einen sauberen Finger einführst und dann im Inneren der Vagina in Richtung des Bauchnabel entlangfährst.

G-Punkt finden Anleitung

Bei vielen Frauen fühlt sich die Gewebestruktur dort etwas anders an als der Rest. Es ist eine kleine Erhöhung mit einer leicht geriffelten, himbeer- oder schwammartigen Textur. Häufig schwillt diese Stelle auch noch weiter an, wenn Du erregter bist. Wenn Du diese Stelle gefunden hast, ist das sehr wahrscheinlich Deine G-Zone.

Am einfachsten findest Deinen G-Punkt wahrscheinlich, wenn Du Dich mit Deinem Ring- oder Mittelfinger selbst auf die Suche begibst. Sobald Du ihn einmal gefunden hast, kannst Du ihn später auch mit anderen Mitteln stimulieren (z.B. mit Vibratoren, Dildos oder beim Sex mit dem Penis Deines Partners).

Die G-Zone stimulieren

Einige Frauen berichten davon, dass schon leichter Druck auf die G-Zone sehr erregend und lustvoll sei. Andere genießen eher schnelle Bewegungen und stärkeren Druck. Experimentiere ruhig einmal ein wenig herum, was Dein Körper mag.

Besonders bei der Selbstbefriedigung ist das relativ leicht. Der G-Punkt liegt so nah am Eingang Deiner Vagina, dass Du ihn womöglich ohne Probleme mit Deinen Fingern erreichst. Probiere einmal kreisförmige oder sanfte „Komm her“-Bewegungen mit deinen Fingern aus. Spiele behutsam mit stärker werdendem Druck – immer nur so, wie es sich für Dich gut anfühlt.

Wenn Du möchtest, kannst Du später auch Toys nutzen. Viele Vibratoren und Dildos haben eine gebogene Spitze, die genau für die Stimulation der G-Zone gemacht ist.

Diese Stellungen stimulieren die Zone am besten

Vielleicht willst Du aber auch Deinen G-Punkt beim Sex stimulieren lassen? Dann kann ich Dir zu allen Stellungen raten, bei denen der Penis Deines Partners an der Vorderseite Deiner Vagina entlang reibt.

Zeichnung G-Punkt Stellung
G-Punkt stimulieren mit der zurückgelehnten Reiterstellung (Quelle: Der Weg zum Vaginalen Orgasmus)

Besonders gut eignet sich die zurückgelehnte Reiterstellung, weil Du hier den Winkel und die Tiefe beim Eindringen selbst steuern kannst. Viele Paare merken aber auch bei anderen Stellungen, dass sie den G-Punkt gezielter stimulieren, wenn sie den Winkel leicht anpassen.

Wenn Du Lust hast, dann experimentiere auch mit anderen Stellungen herum. Heb z.B. bei der Missionarsstellung Dein Becken ein wenig an, sodass der Penis Deines Partners mehr an der Scheidenvorderwand entlang reibt.

Aber gerade zu Anfang kann es vorkommen, dass Frauen den G-Punkt noch nicht so sehr spüren und deshalb kommen hier jetzt ein paar erprobte Wege, die Dir dabei helfen können.

Den G-Punkt intensiver spüren

Wenn Du die G-Zone zwar ertasten konntest, aber dabei noch nicht so viel Lust empfindest, dann ist das nicht ungewöhnlich! Viele Frauen spüren in diesem Bereich erst einmal nicht so viel und fühlen sich deshalb verunsichert. Aber das sagt nichts darüber aus, ob mit Dir „etwas nicht stimmt“.

Einige Kliniken nutzen diese Unsicherheit jedoch aus und bieten Eingriffe an, die die Empfindsamkeit des G-Punkts verbessern soll. Einer davon ist der sogenannten G-Shot.

Mehr spüren durch G-Shot

Bei einem G-Shot wird Füllmaterial (z. B. Hyaluron) oder anderes Gewebe unter die G-Zone gespritzt, damit der Bereich größer wird, mehr heraussteht und beim Sex so mehr Reibung entsteht.

Mein Rat: Lass die Finger davon!

Zum Einen sind die Effekte zeitlich begrenzt, die Datenlage ist dünn und es besteht die Gefahr für Komplikationen, wie Entzündungen, Vernarbungen oder chronische Schmerzen.

Zum Anderen gibt es eine ganz natürliche Art, mit der viele Frauen ihre G-Zone deutlich empfindsamer machen: Beckenbodentraining.

Mehr spüren durch Beckenbodentraining

Statt eine Operation auf dich zu nehmen, trainiere lieber den sogenannte PC-Muskulatur (für Nerds: den „Musculus pubococcygeus„), um Deinen G-Punkt intensiver zu spüren.

Ein trainierterer Beckenboden, trägt dazu bei, dass deine G-Zone

  • besser durchblutet ist,
  • bei Erregung stärker anschwillt,
  • bewusster wahrgenommen wird,
  • beim Sex gezielter angespannt und damit intensiver gespürt wird.

All das stärkt Dein Körpergefühl und sorgt bei vielen Frauen dafür, dass sie intensivere Empfindungen beim Sex erleben – an der G-Zone und darüber hinaus.

Die meisten Frauen haben aber keine Lust auf noch ein zeitfressendes Training – völlig zurecht. Die gute Nachricht ist: Effektives Beckenbodentraining dauert nur 2-3 Minuten am Tag und Du kannst die Übungen sogar unauffällig in Deinen Alltag einbauen – z.B. beim Sitzen im Büro, an der Ampel oder während des Zähneputzens.

Wenn Du lernen willst, wie Du das machst, findest Du in meinem Bestseller Der Weg zum Vaginalen Orgasmus u.a. Schritt-für-Schritt-Übungen, mit denen Du Deinen Beckenboden in wenigen Minuten stärkst und Dein Lustempfinden deutlich verbesserst.

Kein Hokuspokus, sondern kurze Übungen, die Du in deinem Alltag jederzeit bequem anwenden kannst.

G-Punk finden Infografik Cheatlist

Zusammenfassung

Was lange als „G-Punkt“ bezeichnet wurde, ist keine magische Taste, die Frauen sofort zum Höhepunkt bringt. Es ist eine Zone an der Vorderseite der Vagina, die zu einem besonders sensiblen Verbund gehört – dem sogenannten „Clitourethrovaginalen (CUV)“-Komplex.

Bei vielen Frauen liegt der G-Punkt, oder besser die G-Zone, wenige Zentimeter im Inneren und fühlt sich etwas geriffelter oder schwammiger an als das umliegende Gewebe. Du findest sie am besten, indem Du sie in Ruhe bei Dir selbst ertastest.

Wenn Du ihn erst einmal gefunden hast und lernst ihn zu stimulieren, kann er für Dich beim Sex und der Selbstbefriedigung zu einer der intensivsten Lustzonen werden.

Und wenn Du dort (noch) nicht viel spürst, ist das genauso in Ordnung – Du kennst jetzt eine erprobte Möglichkeit, Deine Empfindsamkeit über Beckenbodentraining zu steigern.

Weiter im Inneren der Vagina gibt es noch eine Zone, die bei vielen Frauen für noch intensivere, warme und tiefere Lust sorgt: Den A-Punkt. Im nächsten Artikel zeige ich Dir Schritt für Schritt, wo Du ihn findest und wie Du ihn stimulierst.

Wo ist der G-Punkt bei Frauen?

Der G-Punkt befindet sich bei Frauen etwa 3-5cm im Inneren der Vagina an der Scheidenvorderwand. Er ist etwa so groß, wie eine 20 Cent Münze und fühlt sich wie eine Himbeere an.

Wie fühlt sich der G-Punkt an?

Wenn Du den G-Punkt mit Deinem Finger ertastest, dann fühlst Du eine kleine Erhöhung, die sich von ihrer Gewebetextur etwa wie eine Himbeere oder Erdbeere anfühlt.

Wie finde ich meinen G-Punkt?

Du findest Deinen G-Punkt am besten, wenn Du Dir Deinen Zeige- oder Mittelfinger in die Vagina einführst. Fahr die Scheidenvorderwand (Richtung Bauchnabel) entlang. In etwa 3-5cm Tiefe findest Du eine kleine Erhöhung, die sich wie eine Himbeere anfühlt, das ist Dein G-Punkt. Achte bitte darauf, dass Deine Finger sauber sind und Du Dich nicht mit scharfkantigen Fingernägeln verletzt.

Literaturverzeichnis

Jannini et al., (2014): Beyond the G-spot: clitourethrovaginal complex anatomy in female orgasm, Nat Rev Urol. 2014 Sep;11(9):531-8. doi: 10.1038/nrurol.2014.193. Epub 2014 Aug 12. PMID: 25112854.

Korda et al., (2010): SEXUAL MEDICINE HISTORY: The History of Female Ejaculation, The Journal of Sexual Medicine, Volume 7, Issue 5, 2010, Seite 1965-1975, ISSN 1743-6095, https://doi.org/10.1111/j.1743-6109.2010.01720.x.

Sundahl (2006): Female Ejaculation and the G-spot, Hunter House Publishers


Sarina Cant Neu 14.05.2021

Über die Autorin

Sarina Cant

Bestsellerautorin, Sexualberaterin & Expertin für vaginale Orgasmen

Ich bin überzeugt: Jede Frau verdient es, lustvolle Höhepunkte im Bett zu erleben. Jahrelang war ich frustriert, weil ich keinen vaginalen Orgasmus hatte. Also begann ich zu forschen, zu üben und zu verstehen, was unser Körper, Kopf und Nervensystem braucht.

Ich fand Antworten und erlebte meinen ersten vaginalen Höhepunkt.

Seit nun mehr 9 Jahren arbeite ich jetzt deshalb als Sexualberaterin und zeige anderen Frauen, wie auch sie lustvollen Sex und vaginale Orgasmen erleben können – ganz natürlich, liebevoll und ohne Druck.

Durch meinen Bestseller "Der Weg zum Vaginalen Orgasmus" haben es bereits über 30.000 Frauen gelernt. Das Buch ist international erhältlich, in zwei Sprachen übersetzt und machte mich zu einer der bekanntesten Sexualberaterinnen in Deutschland.


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